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SEO CAMPIXX 2011: 2 Essentials für Marketing-Entscheider

Von Daniel Vetterkind. Gestern ist die SEO CAMPIXX 2011 in Berlin zu Ende gegangen. Zwei spannende Tage – vollgepackt mit zahlreichen Vorträgen und Workshops. Auch ich war in diesem Jahr Teil der CAMPIXX und habe in meinem Gepäck einige Anregungen und Ideen mitgenommen. Zwei Themen davon will ich Ihnen in diesem Artikel als kleine “Essentials” für den Arbeitsalltag mitgeben.

Essential 1: Hochwertige Websites für Linkaufbau erkennen

Über Linkaufbau habe ich in meinem Blog schon Einiges geschrieben. Hier nochmals ein paar Gedanken zum Thema Backlinks:

Google Webmaster Richtlinien prüfen: In googles “Webmaster Zentrale” unter http://www.google.com/support/webmasters hat google einige wichtige Richtlinien für Betreiber von Websites heraus gegeben, die man nicht nur zum Einstieg ins Internet-Business lesen kann. Auch für den laufenden Linkaufbau finden Sie hier hilfreiche Tipps.

Große Portale ohne Mehrwert vermeiden: Nicht jede Website mit viel Content und anscheinend auch mit Themenrelevanz ist sinnvoll, um dort Links zu platzieren. Wenn die Site eine schlechte Usability hat und mit zahlreichen Inhalten vollgestopft ist, finde vermutlich auch ihr Link wenig Interesse. Denken Sie immer dran: Auch das Search Quality-Team von google schaut sich hin und wieder Websites an und prüft diese auf Mehrwert für den Nutzer.

Websites mit Duplicate Content meiden: google mag doppelte Inhalte nicht. So viel ist klar. Aber wie finde ich Duplicate-Content überhaupt? Eine Möglichkeit ist der Phrasen-Test: Textphrase in den Suchschlitz eingeben und prüfen, bei welchen Seiten eine bestimmte Textpassage genau so wie eingegeben vorkommt. Doppelte Inhalte lassen sich auch durch die “-site:”-Abfrage identifizieren. Zum Beispiel wenn man wissen möchte, ob gleiche Texte unter mehreren Domains gehostet werden (Domain und Subdomain). Eine weitere Option ist die Suche nach Parametern in der URL, wodurch auch schnell einmal doppelter Content entsteht.Parameter lassen sich durch die Eingabe von diversen Befehlen überprüfen. (z.B. mit inurl:utm_source site:domain.de; inurl:PHPSESSID site:domain.de; inurl:jsessionid site:domain.de; inurl:sid site:domain.de, und so weiter). Kleiner Tipp: All diese Abfragen lassen sich natürlich auch problemlos auf die eigene Website anwenden…

Eine gute Text-Qualität stärkt das Vertrauen: Entscheidend für eine gute Website sind nicht nur die Inhalte an sich, sondern auch wie sie dargestellt werden. Grammatik, Rechtschreibung, Aktualität, Design, Benutzerfreundlichkeit und verständliche Texte. Das sind nur ein paar wenige Stichworte, die darüber entscheiden ob Website-Besucher, Sie und damit auch google an der Website Gefallen finden oder nicht.

Neighbourhood: Wie sieht es eigentlich mit Ihrer Link-Nachbarschaft aus? Denn schlechte Nachbarschaft schadet dem Geschäft. Prüfen Sie von Zeit zu Zeit immer wieder, welche Links Sie im Portfolio haben und bei welchen Links google etwas gegen diese Partnerschaft haben könnte. Im besten Fall geht einfach nur diese schlechte Seite vom Netz und alles andere ist für Sie nicht weiter tragisch. Im “Worst-Case” raucht auch Ihre Seite ab – je nach dem, wie viele und welche Seiten auf Sie verlinken. Eine gute Abfragemöglichkeit: inurl:linkpartner.html

Backlinks der Wettbewerber identifizieren: Sie haben noch kein SEO-Tool im Einsatz? Dann wird es höchste Zeit! Mit Hilfe von Tools wie der SIXTRIX-Toolbox, Searchmetrics, XOVI etc. können Sie unter anderem Ihre Links, aber auch die Backlinks Ihrer Wettbewerber analysieren. Interessant ist auch ein relativ neues Tool, das auf der semantischen Analyse von Inhalten basiert. Dieses Tool kann kostenlos unter www.nerdbynature.net eingesetzt werden (jedoch leider basierend auf Flash.)

Nachhaltigkeit: Ein aus meiner Sicht ganz zentraler Punkt, der auf der Campixx erwähnt wurde. Was bringen Ihnen Links, die Sie in einem Jahr oder nach Beendigung eines Agenturvertrags wieder verloren haben? Setzen Sie deshalb nur auf solche Links, die Ihnen wirklich langfristig etwas bringen. Natürlich ist dies nicht immer abschätzbar. Websites kommen und gehen wieder. Aber auf den ersten Blick sollte die Link gebende Seite etwas taugen. Fragen Sie sich immer, ob Sie als Besucher diese Website besuchen würden, die Ihnen einen Link verschaffen soll.

Kein “Paid-Posting”: google ist ja nicht blöd. Wenn Sie für Blogposts und No-follow-Links bezahlen, wird das auch die führende Suchmaschine erfahren. Davon können Sie ausgehen. Ob bezahlte Einträge wirklich so sinnvoll sind?

Essential 2: SEO-Texte – eine kleine Stilkunde

Einer der besten Vorträge auf der Campixx war der von zum Thema SEO-Texte. Elisabeth Matejka und Eric Kubitz von der Agentur “Contentmanufaktur” lieferten kurz und prägnant Texter-Tipps, die logisch klingen, aber im Alltag immer wieder gerne vergessen werden. Auch von mir. (Was Sie sicher nach dem Lesen der nachfolgenden Tipps an manchem Text hier im Blog feststellen werden :-) ).

Die richtige Zielgruppen-Ansprache

Klingt so einfach. Wird gerne vergessen: Für wen schreiben wir unsere Texte eigentlich? Wie alt ist die Zielgruppe, welchen Beruf hat sie, welche Interessen? Mit welcher Frage / mit welchem Bedürfnis kommen die User auf die Seite? Wollen Sie kaufen, oder nur Informationen sammeln? Und wie sollen Ihre Besucher angesprochen werden: Mit Du oder Sie?

Textaufbau

Durchklickrate erhöhen: Ziehen Sie die Nutzer mit einem knackigen Teaser-Text in Ihre Beiträge, Artikel und Informationen hinein. Wenn dieser Teaser spannend ist, wird vielleicht auch der nachfolgende, längere Text gerne gelesen. Ob Ihre Inhalte Gefallen finden, ist übrigens auch ganz schön an der Verweildauer in Ihrem Web-Analyse-Tool zu sehen. Denken Sie hier auch an die Description im HTML-Quellcode. Es gibt für google-Suchende keinen prominenteren Teaser als diese zwei Zeilen Text + Title + URL. Wichtige Keywords sollten im Teaser zu Beginn stehen. Das gilt auch für den späteren Text.

Sie haben ziemlich genau drei Sekunden Zeit, den User von Ihrer Lektüre zu überzeugen. Wenn die einleitenden Sätze langweilen, ist der Leser wieder weg. Fassen Sie deshalb auch wichtige Inhalte in einem Vorspann zusammen. Arbeiten Sie mit Emotionen, Fakten und Andeutungen. Die Tageszeitungen arbeiten im Übrigen genau mit solchen Stilmitteln.

Klare, knackige und bildhafte Sprache: Schreiben Sie aktiv statt passiv, verzichten Sie auf Füllwörter, bringen Sie pro Satz nur einen Gedanken zum Vorschein. Und das Thema mit den eingeschobenen Sätzen und Schachtelsätzen brauche ich hier sicher auch nicht näher erläutern. Verwenden Sie auch Synonyme mit Bedacht. Der Leser sollte verstehen, um was es genau geht. Wenn es keinen anderen Begriff für Ihre Sache gibt, dann ist es eben so.

Stolperfallen: Elisabeth Matejka nannte fünf Fehler, die einem vor allem bei häufigem Schreiben immer wieder passieren: Verzichten Sie auf modische Unwörter (z.B. Innovation), ersetzen Sie Standardbegriffe soweit möglich, achten Sie auf die Orthographie und bei Gelegenheit macht es auch Sinn, sich die Kommaregeln mal wieder vorzunehmen.

10 Strategien für perfekte Überschriften

Tolle Tipps! Eric möge es mir deshalb verzeihen, wenn ich diese Anregungen fast eins zu eins wieder gebe. (Natürlich im Hinblick auf das Thema Duplicate Content nicht vollkommen eins zu eins).

  1. Kurz und direkt. Sag einfach, worum es geht. Beispiel: Test – Grüne Handys mit E-Mail-Empfang
  2. Zitat. Nur von einer Persönlichkeit, die Ihre Zielgruppe kennt. Beispiel: Angela Merkel – “Mehr Geld für alle!”
  3. Zahlen, Daten, Fakten. Je konkreter, desto glaubhafter. Beispiel: Nur 3,4 % aller Texte werden gelesen.
  4. Superlative. Höher, weiter, schneller. Beispiel: Zum PageRank 8 in zwei Tagen.
  5. Aufzählungen und Top-Listings. Beispiel: 10 Tipps für mehr Umsatz im Web.
  6. Provozierende Fragen stellen. Beispiel: Wissen Sie, was Ihre Kunden über Sie denken?
  7. Geben Sie ein Versprechen. Beispiel: Mit der Contentmanufaktur zu besseren SEO-Texten
  8. Lösen Sie ein Problem. Beispiel: In 3 Schritten PC zerlegen und wieder zusammenbauen
  9. Nachrichten-Überschrift verwenden. Beispiel: Facebook jetzt mit über 600 Millionen Nutzern
  10. Tun Sie Ihre Meinung kund. Beispiel: Beheizte Gehwege in München. Wo ist eigentlich das Problem?

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