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Nov

In 8 Schritten ins Social Web

Quelle: trishjones.com

Von Dr. Torsten Schwarz. Kein Unternehmen kommt heute daran vorbei, sich über Social Media Marketing Gedanken zu machen. Das heißt jedoch nicht, dass jetzt hektisch Twitterprofile und Facebookseiten angelegt werden müssen. Zuhören und Lernen ist der erste Schritt.

Deutsche Unternehmen fahren unterschiedliche Ansätze im Umgang mit Twitter. Die 26 erfolgreichsten Firmenprofile wurden in der Studie „Twitter-Strategien deutscher Unternehmen“ analysiert. Die Kurzversion der Studie gibt es als kostenloses PDF unter http://www.absolit.de/Social-Media-Marketing.htm

In den USA nutzen schon weit mehr Menschen Social Media als bei uns. Laut Edison Research ist besonders Twitter für Unternehmen interessant. Folgende Fakten werden dort genannt:
87% der US-Amerikaner kennen Twitter – Facebook kennen 88%
7% nutzen Twitter aktiv – 41% haben ein Profil auf Facebook
2/3 der Twitternutzer nutzen dazu das Mobiltelefon
51% der Twitter-Aktiven folgen Unternehmen, Marken oder Produkten
42% haben neue Produkte über Twitter kennen gelernt
41% geben via Twitter ihre Meinung über Produkte weiter
19% suchen über Twitter Service und Beratung

In Deutschland sind es gerade einmal 270.000 aktive Twitter-Nutzer, also weniger als ein halbes Prozent der Bevölkerung. Auch in Facebook liegen wir mit zehn Millionen Profilen weit hinter den USA. Beide Dienste haben jedoch ihre Reichweite in den letzen zwölf Monaten verdrei- bzw. verfünffacht. Daher sollten Marketer das Social Web durchaus ernst nehmen.

Zuhören und Lernen
Auch ohne eigene Aktivitäten sind manche Unternehmen schon stärker im Social Web präsent, als ihnen lieb ist. Hier die Ohren aufzuhalten, ist der erste Schritt. Eine einfache Möglichkeit dazu bietet search.twitter.com. Dort wird der Firmen- oder Markenname eingegeben und schon sind die Kommentare chronologisch sortiert sichtbar. Bei Otto, Vodafone, Telekom und 1&1 können Sie sehen, wie der Dialog mit den Kunden aussehen kann.

Social Media Policy
Bevor Sie ins Social Web gehen, brauchen Ihre Mitarbeiter klare Richtlinien. Was ist erwünscht und was nicht? Hier verschwimmt oft die Grenze zwischen Privatpersonen und Angestellten. Bei Twitter ist es relativ normal ist, dass Menschen auch über Ihren Beruf schreiben oder dass Angestellte oder Chefs auch einen kleinen Einblick in ihr Privatleben ermöglichen. Bei Facebook ist das oft eine Gratwanderung. Kodak hat dazu gute Tipps publiziert.

Beteiligen
Sobald die Abgrenzung Privatperson/Angestellter klar ist, können Sie zunächst einmal als Person aktiv werden. Reden Sie mit Menschen, die über Ihre Marke reden. Natürlich nur, wenn sie das Gefühl haben, dass diese Menschen das auch wollen. Und stellen Sie immer klar, dass sie für dieses Unternehmen arbeiten. Sie werden sich wundern, wie groß die Freude darüber ist, dass Kunden sich plötzlich ernst genommen fühlen.

Selbst Twittern
Sie können in Twitter mit Nutzern diskutieren oder einfach nur schnelle Informationen bereitstellen. Als die Aschewolke über Europa zog konnten die Fluggesellschaften über Twitter schnell den aktuellen Stand bekannt geben. Und wenn Sie nicht viel zu sagen haben, dann stellen Sie doch zumindest Ihre Pressemeldungen online. Unter den wenigen deutschen Twitternutzern sind nämlich überproportional viele Journalisten. Mit Twitterfeed lässt sich das Einspielen der Presseinformationen auch automatisieren. Twitter ist heute schon der Quasi-Standard für das „Echtzeit-Web“.

Youtube-Seite einrichten
Youtube ist die zweitgrößte Suchmaschine nach Google. Wenn Sie eigene Videos haben, können Sie diese bequem publizieren. Wenn nicht, zeigen Sie auf Ihrer Seite eben nur die Videos, die Sie für interessant halten. Dazu müssen Sie ein Video nur als Favorit markieren. Ich habe das auch nicht anders gemacht: youtube.com/user/absolit

Content/Dialog-Strategie
Youtube und Twitter sind relativ einfache Portale. Wenn Sie sich jedoch weiter ins Social Web wagen, sollten Sie strategischer vorgehen: Was ist Ihr Ziel und welche Ressourcen haben Sie? Einfach nur das Social Web mit Informationen zu bespielen, die zufällig da sind, ist zu wenig. Genau wie Sie bei Ihrem Newsletter ein klares inhaltliches Konzept haben, benötigen Sie das auch für das Social Web: Welche Inhalte haben wir, wie oft gibt es da etwas Neues und wo soll das wie kommuniziert werden? Und dann die Gretchenfrage: Was machen wir, wenn Fragen kommen? Mit wie vielen Anfragen muss gerechnet werden? Wer beantwortet diese. Sie haben ja schon die Twitterprofile von Otto, Vodafone und 1und1 gesehen. Da stecken mehrere Personen dahinter, die gut beschäftigt sind.

Facebook-Seite einrichten
Irgendwann kann der Punkt kommen, an dem Sie im Rahmen einer Content/Dialog-Strategie zu dem Ergebnis kommen, dass eine Facebook-Seite Sie Ihrem Ziel näher bringt. Dann gibt es eigentlich nur drei Dinge zu beachten:
Die Seite sollte von einem Profil aus eingerichtet werden, dass dem Unternehmen gehört.
Die Seite sollte relevante Informationen enthalten.
Die Seite sollte „empfehlenswert“ sein, es sollte einen Grund geben, warum viele „gefällt mir“ drücken.

Reichweite erhöhen
Wenn bisher alles gut gegangen ist, können Sie durchstarten. Starbucks hat bereits acht Millionen Fans bei Facebook. Weisen Sie an jeder Ecke darauf hin, dass Sie in Social Web aktiv sind. Fordern Sie nicht nur auf der Homepage sondern in allen Medien auf, Ihnen zu folgen.

Autor: Dr. Torsten Schwarz, Absolit Consulting

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1 Kommentar zu diesem Beitrag

emt training
November 26th, 2010 on 02:07

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